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Am 29. Mai 1985 spielten im Brüsseler Heyselparkstadion die Teams von Juventus Turin und dem FC Liverpool um die europäische Vereinskrone.
Schon vor Spielanpfiff waren die rivalisierenden Fan -und Hooligangruppen aufeinander gestossen wobei der blinde Hass britischer Wölfe 39 Todesopfer forderte. 19 Jahre ist es her, noch nicht vergessen aber all zu leicht verdrängt. Brüssel blieb kein Einzelfall, Sheffield, Mailand, Luxemburg, Leipzig, Rotterdam, Hannover und andere Fußballstädte wurden zu neuen Stätten der Fußballrandale. Ein Ende gewalttätiger Ausschreitungen ist gerade bei uns im Westen und im Osten nicht in Sicht.

Die schreckliche Katastrophe von Brüssel gab einem Insider den Anlass in Deutschland eine überregionale Fanzeitung im Sinne der „Fairness und Freundschaft“ ins Leben zu rufen. Das Szenemagazin „FAN TREFF“ Ausgabe Nr.1 ist im Januar 1986 erschienen und wurde bis Ausgabe Nr.93 April 1995 im monatlichen Rhythmus herausgegeben. Der Vertrieb erfolgte durch das Abonnement, den bundesweiten Bahnhofsbuchhandel und über Kioske. Verkäufe und Werbeaktionen an Fußballstadien waren erfolgreich und neue Stammleser konnten gewonnen werden. Die Auflagen stiegen an so, dass die Ausgabe Nr.93 April 1995, mit der Auflage von 11.800 Exemplaren herausgegeben worden ist.

Mitte der achtziger Jahre war eine stark erkennbare Wandlung in der Szene festgestellt. Die in Deutschland anfänglich fast noch im Hintergrund stehende Kulterscheinung „Hooligans“ war voll im Anmarsch! Kuttenfans die sich durch ihre Kleidung wie Trikots, Schals und dekorierten Jeanswesten mit ihren Vereinen identifizierten, waren zum Teil schon „gut drauf“. Ein in Kuttenkreisen fast zur Tradition gewordenes „Spiel“ war, in dem sie vor oder nach einem Fußballspiel Jagd auf gegnerische, „verfeindete“ Fans ausgeübt haben. „Symbole der Macht“ wie Schals, Fahnen oder Caps wurden „ergattert“. Somit wurden Provokationen hervorgerufen, Boxereien angezettelt und Aggressionen freien Lauf gelassen. Die zur Gewalttätigkeit geneigten Kutten schnupperten den gewissen „Kick“, wurden süchtig nach mehr Action, legten ihre Fanklamotten ab um anonym an der Szene teilzunehmen. Damals modern gewordene schwarze Bomberjacken, Blue Jeans und Turnschuhe teuerer Marken, (später Chevignon und andere) waren angesagt. Ein neues Outfit der Hooligans war erschienen. Die „Einsteiger“ schlossen sich meistens einer ihrem Verein gesinnten Hooligangruppe an die durch Zugänge von Mitläufern rasant zu Riesenmobs herangewachsen waren.

Die Wandlung der Szene trug dazu bei, dass sich der FT zum sogenannten „Hooliganmagazin“gewendet hatte und kein anderes parallel erschienenes Sprachorgan in Deutschland und im benachbarten Ausland für so viel Diskussionsstoff sorgte. Immer aktuell, stets umstritten und beinahe verboten, wurde der „FAN TREFF“ zum ständigen Begleiter einer Generation von Insidern der Fußballszene.

Was war „FAN TREFF“....das offizielle Sprachorgan der Hooligans und Kuttenfans.... berichtete über deren Veranstaltungen...Freund und Feindschaften...gemeinsame Feten...über Auseinandersetzungen /Randale...ließ die Insider mit ihren Berichterstattungen selbst zu Wort kommen...über Erlebnisse bei Heimspielen und Auswärtsfahrten...war das erste informierte und informierende überregionale Insiderblatt, das die organisierten und nicht organisierten Hooligangruppen, Fan und Supporterclubs angesprochen hatte.

Der „FAN TREFF“ war in der der Öffentlichkeit von Medien, „Normalbürgern“, Nörglern und Neidern als gewaltverherrlichend und jugendgefährdend betrachtet worden und geriet unter diesen Voraussetzungen in die Schlagzeilen vieler in der Bundesrepublik herausgegebenen Tageszeitungen. Letztere brachten den „Karren ins Rollen“ und somit den „FAN TREFF“ zu unrecht im Sinne der Gewaltverherrlichung und Jugendgefährdung ins Gerede. Bis hin zum Indizierungsantrag (Anzeige), wobei ein Exemplar der Ausgabe Nr.31 Februar 1989 zur Überprüfung bei der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften“ in Bonn gelandet war.
Bei der Sitzung (Verhandlung) der Bundesprüfstelle vom 6. September 1990 verkündete der Vorsitzende -nach geheimer Abstimmung- die Entscheidung. - Das Verfahren wird eingestellt ! -.

Nachdem Journalisten und andere Medienvertreter immer wieder versuchten Kontakt mit der FT-Redaktion aufzunehmen, um über das Machwerk zu berichten und die FT-Redakteure in ihren Zeitungen anschließend in die Pfanne hauen zu wollen, kam es zum damals spektakulärsten Auftritt in den FT-Geschäftsräumen. Das Fernsehen war zu Gast, genauer gesagt der Südwestfunk und zeigte Interesse, sein Publikum über „FAN TREFF“ und Existenz zu informieren. In dreistündiger Dreharbeit hatte das Fernsehteam genügend „Stoff“ zusammen, um in der vor allem im südwestdeutschen Raum bekannten Sendung „Sport unter der Lupe“ am 30. Mai 1991 den Beitrag zu senden.
Erwartungsgemäß wurde kein guter Eindruck hinterlassen und das Negativ-Image wurde weiter gefördert. Im Verlauf der abgespielten Interviews mit den FT-Redakteuren wurden vorsätzlich Randaleszenen eingespielt die mit schrecklichem „Katzengejammer“ (Rap-Musik) unterlegt wurden und vermutlich jedem Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren liess. So wurde der Öffentlichkeit einen Eindruck vermittelt der vermuten liess, dass hinter den FanTreff-Machern die Ursachen der Fußballrandale steckt! Die Interviews zum Thema „friedliche Fans“, sogenannten „Kutten“, mit Fahnen und Trompeten, wurden zwar vom Kameramann und Tontechniker festgehalten, leider wurde die vor den Dreharbeiten abgesprochene Darstellung im Film nicht berücksichtigt ! Wer interessiert sich schon dafür wenn extrem verfeindete „Kutten“ wie z B. von Schalke 04 und Borussia Dortmund nach einem Fanclub-Fußball-Turnier einige Fässer Bier abgedrückt haben und sie anschließend auf den Tischen tanzten?!

Ständige Anfragen in den letzten Jahren nach noch vorhandenen Exemplaren des Szenemagazin haben motiviert die 93 erschienen Fan Treff-Ausgaben in der nicht so einfachen Aufgabe in Buchform zusammenzufassen und in 6 Einzelbände herauszugeben.

siehe im Onlineshop >Books<


FAN TREFF

„YOU`LL NEVER WALK ALONE !”




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